Januar 2014:
Jetzt musste schleunigst eine Lösung her, denn ich hatte mir als Ziel gesetzt, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Meine Augenärztin verschrieb mir das neue konservierungsmittelfreie Lumigan. In den ersten 4 Wochen hielt der Druck, dann wurde allerdings der Druck in der Bildungseinrichtung nochmals erhöht und ich blieb wohl oder übel dabei auf der Strecke.

Februar 2014:
Der Blutdruck stieg auf Werte um die 160 zu 110, die Pulsfrequenz lag bei 105 und der Augendruck stieg links auf 36. Am 20.02.2014 wurde die Umschulung seitens des Kostenträgers aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen und ich fuhr nach Hause um wieder gesund zu werden. Dieses gestaltete sich allerdings um einiges schwieriger als angenommen.

Meine Augenärztin meinte, wenn einer da noch etwas machen kann, dann nur Professor Th. in Magdeburg! Gesagt getan, bereits am 02.04.20114 hatte ich einen Termin zur ambulanten Vorstellung in Magdeburg.

Die Untersuchungen in Magdeburg liefen sehr flott ab und wäre es nicht ein so kompliziertes Auge gewesen, wäre ich nach nur 3 Stunden fertig gewesen. Nachdem die Oberärzte sich nicht wirklich trauten eine Entscheidung zu treffen, wurde ich an den "Chef" verwiesen, da sie so etwas noch nicht gesehen hätten. Auf so eine nette Aussage wartet man dann auch gerne ein wenig länger bis der Chefarzt im OP seine Arbeit beendet hat.

Kurz nach 13 Uhr kam dann Professor Thi. und schaute sich das Auge genauestens an - das kannte ich bis dahin noch nicht. Bislang schauten die Chefärzte nur kurz ins Auge und dann wurde schon geredet, was zu tun sei.

Das ist nicht einfach sagte der Professor, aber machbar. Allerdings nicht in einer, sondern in 2 Operationen.

Juni 2014:
Der erste OP-Termin war für den 18.6.2014 angesetzt, wurde aber dann um eine Woche auf den 24.06.2014 verschoben, da auf der Intensivstation kein Kurzfristiges ITS-Bett verfügbar. Das Pflegepersonal war sehr betroffen, das man mich wieder nach Haus schickte. Wegen meiner zuahlreichen Voroperationen und den damit verbundenen Narkoseproblemen, wollte der Anesthäsist noch eine Narkose durch führen, wenn ein Bett auf der Intensivstation standby bereit steht.

Am 24.06.2014 erfolgte die Sömmering-Nachstar Operation. Die Sicht ist jetzt wieder klar und ich verspüre nur wenig Blendung. Bei Sonnenlicht komme ich jetzt mit einer Sonnenbrille zurecht und kann den bis dahin genutzten Kantenfilter vorerst zuhaus lassen. Postoperativ entwickelte sich eine Woche nach der OP eine Iritis (Regenbogenhautentzündung), die aber von meiner Augenärztin mit Monodex und Ocuflur OK recht schnell bekämpft wurde.

August 2014


18.08.2014

Aufnahme in der Klinik, Blutentnahme, Vorgespräch mit der Narkoseärztin, verschiedene Voruntersuchungen.

19.08.2014
OP-Tag. Die Re-Trabekulektomie mit MMC wird wegen der zahlreichen Voroperationen in Vollnarkose durchgeführt, da es durch die gegeben Bedingungen ein sehr schwieriger und komplizierter Eingriff ist. Um die Vernarbung des Sickerkissens zu unterdrücken wird heutzutage das Zellgift Mytomicin C (eigentlich ein Krebsmedikament) mit Hilfe eines getraenkten Schwaemmchens fuer 5 Minuten in die offene Wunde gelegt um das schnelle Zuheilen des neuen Abflusses zu verhindern.


20.08.2014 - 22.08.2014
Der Druck ging nicht wie erhofft gleich auf den Zielwert runter, sondern ärgerte uns noch drei ganze Tage. Morgends 19 und am Abend bei knapp ueber 30. Auch durch eine Bulbusmassage lies er sich nicht auf den erwünschten Wert von 10 mmHG bewegen.

Dieses Rauf und Runter ging ueber 3 ganze Tage und zerte schon ganz schön wieder an meinen Nerven. Bei der Oberarztvisite am 22.08.14 entschied der Oberarzt, dass ich fuer die naechsten 3 Tage das Zellgift 5FU unter die Bindehaut gespritzt bekommen sollte.

Ein klein wenig kamen wieder die Erinnerungen an die 5 FU-Spritzen vor 9 Jahren in der Uniklinik Göttingen hoch, doch in Magdeburg läuft das alles ganz anders. Eine Behandlung beim Zahnarzt ist um einiges heftiger und schmerzhafter, als diese Injektion unter die Bindehaut. Erst gab es einen Tropfen mit Betäubungsmittel und dann wurde das Auge zusätzlich mit einem angenehm kühlem Betäubungsgel "eingesalbt". Nach etwa. 15 Minuten kam dann der Augenarzt um die Spritze zu setzen. Das einzige was ich spürte, war ein leichtes Brennen beim Einspritzen des Zellgiftes. Anschliessend wurde das noch verblieben Zellgift auf der Augenoberfläche mit Kochsalzlösung heraus gespült und ich erhielt eine kühle Kompresse auf das Auge. Nach 10 Minuten Liegezeit durfte ich dann wieder aufstehen. Das Auge war leicht angeschwollen, aber sonst ging es mir gut.

23.08.2014
Am Morgen war die Drucklage nicht wirklich zufriedenstellend. Die diensthabende Ärztin entschied sich für eine Durchtrennung des Fadens mit dem Laser, was ihr allerdings durch das angeschwollene Operationsgebiet nicht gelang.

Bei der Abendmessung lag der Druck dann bei 19 und nach einem kurzen Tip mit dem Finger auf den Augapfel gar bei 12. Na bitte, die Zellgiftspriten zeigen Wirkung und das Sickerkissen hat sich aufgestellt. Morgen soll ein neuer Versuch fuer die Durchtrennung eines Fadens versucht werden, damit das Kammerwasser besser unter die Bindehaut abfliessen kann.

24.08.2014
Heute lag der Druck bei 15. Das war schon ein tolles Gefühl, nach vielen Wochen mal ohne Kopfschmerzen.

25.08.2014
Die Drucklage pendelte sich bei 15mm HG ein. Gegen Mittag wurde ich nochmals Professor Th. vorgestellt, der noch einmal auf die von ihm durchgeführte Operation schauen wollte.Es war eine sehr schwierige Operation sagte er, aber das Ergenis kann sich sehen lassen. Die Drucklage wird sich in den kommenden Tagen und Wochen noch einpendeln.


Sollte sich die Drucklage nicht zufriedenstellend entwickeln, kann man auch noch nachträglich mit dem Laser einen Faden durchtrennen, damit das Filterkissen das Kammerwasser besser unter die Bindehaut ableitet.

Ein ambulanter Kontrolltermin in der Universitätsaugenklinik in Magdeburg ist für den 23. September avisiert.

Bei der Kontrolle bei meiner Augenärztin am 26.08.2014 lag der Druck bei 14 mmHG links und 12 mmHG rechts.

Trotz der guten Drucklage muss ich weiterhin damit rechnen, das die Vernarbung des Sickerkissens auch noch nach Wochen oder Monaten jederzeit wieder einsetzen kann.

September 2014

Nach den beiden Operationen am 24.06.2014 und 19.08.2014 stand am 24. September 2014 die erste Nachuntersuchung in Magdeburg an. Dieser Termin bestätigte mir das, was ich schon seit Wochen vermutet hatte.

Die Sehkraft war mit fast 0,8 ein Traum, der Augendruck lag rechts bei 14 und links bei 15. Auf den ersten Blick schöne Drucklage und gute Sehleistung, wenn dabei nicht noch die Sache mit dem Gesichtsfeld wäre. Das ist alles andere als gut und fiel sogar sehr schlecht aus. Seitensicht ist gleich Null und ein sicheres Laufen auf der Straße nur mit Langstock möglich.

Die Ärztin sagte, das sie mit den Druckwerten noch nicht zufrieden ist und es könnte durchaus sein, das es im Tagesverlauf eine Druckspitze oder auch mehrere gibt, die dafür verantwortlich ist. Vom Blutdruck mal ganz zu schweigen, der läuft gerade Amok. Morgends im Liegen bei 112 zu 60 und sofort nach dem Aufstehen geht er rauf auf 140 zu 86. Mein Internist ist genauso ratlos wie der Kardiologe.

Das stationäre Tag- und Nachtprofil ist wegen der Versorgung eines Narbenbruches nach kompliziertem Verlauf einer Bliddarmentzündung aus dem Jahr 1981 - so schnell wird man von der Vergangenheit wieder eingeholt - auf den 20.12.2014 verlegt wurden. Die Größe des Bruchsackes ist mit 6,2 x 2,2 x 6,7 cm nicht gerade klein um damit ein normales Leben zu führen. Normal heißt in diesem Fall, das man nicht mehr als 500 - 1000m schmerzfrei laufen kann und die eine Hälfte am Tag auf ist und die andere mit Liegen verbringt. Auf Dauer gesehen merkt man doch wie abhängig man ist, da man ohne Hilfe  nicht mehr seine Wohnung verlassen kann. In der heutigen Zeit ist es auch nicht einfach mal auf die Schnelle einen OP-Termin zu bekommen und wenn dieser dann noch um weitere 2 Wochen verschoben wird, ist das schon nicht mehr schön.

Die Universitätsaugenklinik in Magdeburg ist eine der wenigen Kliniken in Deutschland die dieses anbietet. Normalerweise wird der Augendruck nur 5 mal gemessen. Ich bin gespannt wie das Ergebnis ausfällt und ggf. muss von der letzten Re-Trabekulektomie mit MMC vom 19.08.14 noch ein Faden mit dem Laser durchtrennt werden, damit der Druck weiter absinkt.

Oktober 2014

Seit einigen Tagen hat sich der Visus auf dem linken Auge ohne Vorwarnung erheblich verschlechtert. Selbst das neue erst wenige Tage alte Gleitsichtglas passt plötzlich nicht mehr. Dazu machen sich im Auge sehr unangenehme stechende Schmerzen bemerkbar und auch dieser eigenartige Schleier der ja im Juni operativ entfernt wurde wächst von unten nach oben. Da die Beschwerden nicht besser werden, habe ich unverzüglich einen Termin bei meiner Augenärztin gemacht um das ganze abklären zu lassen.

Der Augendruck ist "Lehrbuchmäßig" mit 11 mmHG rechts und 15 mmHG links. Allerdings sieht Sie an der Spaltlampe wieder 3 Entzündungszellen im linken Auge - Diagnose: Iritis - die zweite nach nur 6 Wochen. Ich soll jetzt für eine Woche 5 x Ocuflur O.K tropfen und dann jeweils einen Tropfen pro Woche weniger.

Seit 28.10.2014 ist nun zusätzlich zu meinen Blutdrucktabletten wieder das Ocuflur O.K im Spiel und ich bemerke Nebenwirkungen, die nirgendwo im Beipackzettel bzw. im Internet auf den ersten Blick zu finden sind. Erst nach länger Suche fand ich auf der "GelbenListe" den entscheidenen Hinweis. Das Ocuflu O.K enthält als sonstigen Bestandteil Natriumchlorid (Kochsalz). Normalerweise macht das keine Probleme. Da ich aber durch eine essentielle Hypertonie (Bluthochdruck) auf blutdrucksenkende Medikamente angeweisen bin, kommt es hierbei in Verbindung mir Kochsalz in den Nahrungsmitteln zu Problemen in Form von schwankenden Blutdruckwerten und Pulsfrequenzen von über 100 Schlägen pro Minute. Darauf muss man allerdings erstmal kommen....

Dezember 2014

20.12.2014 - 21.12.2014

Vier Tage vor Weihnachten durfte ich noch einmal für einen 1 Tag in die Universitätsaugenklinik nach Magdeburg. Der Termin für das Tag-Nachtprofil musste wegen 2 kleinerer Narbenbrüche am Dünndarm vom 31.10.2014 auf den 20.12.2014 verlegt werden.

Da ich in den letzten Tagen zunehmende Augenprobleme hatte, ahnte ich nichts gutes. Mein behandelnder Chirug hat in die schlecht heilende Operationswunde ein Medikament eingebracht, das bei Glaukompatienten unerwünschte Nebenwirkungen in Form von Augendruckerhöhungen verursacht. Der Arzt murmelte nur das man das behandeln müsse und gut. Obwohl alle Diagnosen auf dem Abschlussbericht der Chirugie standen, wusste er nicht das dieser Wirkstoff bei Glaukompatienten kontraindiziert ist.

Nachdem ich ihn dann darauf angesprochen habe, was er dort für einen Wirkstoff in die Wunde einbringt, hat es mir fast den Boden unter den Füßen weg gerissen. Das erklärte dann auch die Lichtringe und die ständigen Kopfschmerzen.

Die erste Druckmessung um 9 Uhr bestätigte meinen Verdacht, rechts 19 (normal 12) und links 28 (normal 14-16). In den kommenden Stunden gingen auf und ab wie bei einer Achterbahnfahrt. In der Universitätsaugenklinik in Magdeburg wird der Druck nicht 5 mal am Tag gemessen, sondern rund um die Uhr alle 3 Stunden, sodas man insgesamt 9 Messwerte zur Auswertung hat. Rechts lagen die Druckwerte zwischen 6 und 20 mmHG und links zwischen 9 und 28 mmHG.

Das rechte Sickerkissen hat sich abgekapselt und eine Zyste gebildet. Die Oberärztin ist aber der Ansicht das man das mit einem "Needling" noch retten kann. Das linke filtert, aber nicht immer ausreichend. Da man nicht weis warum der Druck morgens um 9 Uhr ansteigt, wurden zusätzlich wieder 3 x tgl. Augentropfen angesetzt um noch höhere Drucksteigerungen möglichst zu vermeiden.

Für den 02.03.2015 ist ein ambulantes Tagesdruckprofil vorgemerkt.