Januar

Dann wollen wir mal sehen, ob das neue Jahr auch alle guten Vorsätze erfüllen kann. Beim ersten Augenarzttermin im Jahr 2015 setzte sich die Drucklage aus dem alten Jahr fort. Das rechte Auge konnte sich am späten Nachmittag mit einer tollen 13 aus der Affäre ziehen - links sah es nicht ganz so gut aus, nur eine 17. Da die Gefahr für weitere Glaukomanfälle nach wie vor besteht, bekam ich von meiner Augenärztin Monoprost und Lumigan 0,3 % Tropfen zum probieren mit.

Gesagt getan. Gleich am Abend gegen 22:00 Uhr tropfte ich das Monoprost. Nach etwas mehr als 60 Minuten als ich im Bett lag, stellten sich die ersten unerwünschten Nebenwirkungen ein. Die Mundschleimhaut und die Zunge wurden von einer Minute auf die andere plötz taub und dann ging fast nix mehr. Ich bin dann ganz schnell aus dem Bett gesprungen und habe im Bad versucht mit einem Tränenersatzmittel den verbliebenen Wirkstoff irgendwie aus dem Auge heraus zuspülen, was mir auch nach einigen Minuten gelang. Mir fiel regelrecht ein schwerer Stein vom Herzen.

Da ich mit Monoprost (Xalatan konservierungsmittelfrei) und Clonid Opthal sine nicht glücklich wurde, begann ich einen Tag später mit Lumigan 0,3 %. Die Nebenwirkungen von diesn Tropfen kenne ich schon von früher. Meine Augen sehen mittlerweile aus wie die von "Graf Dracula", von den stechenden Schmerzen und den Problemen mit meinem Asthma ganz zu schweigen. Das Sehvermögen hat sich um einiges verschlechtert und auch die Wucherung um die Linse herum wird wieder mehr incl. der Blendempfindlichkeit. Gegen den hohen Blutdruck habe ich in Zusammenarbeit mit meinem Internisten Dr. B. die Blutdruckmedikation erhöht. Wenn die Blutdruckwerte auf dem jetzigen Niveu bleiben, könnte es mit Lumigan 0,3 in jedem Fall bis zum Op-Termin funktionieren - Voraussetzung hierfür ist aber eine genügende Augeninnendrucksenkung.

Draußen geht ohne meinen Kantenfiltervorhänger nichts mehr. Ich hoffe, das ich bis zum Vorstellungstermin bei Professor Th. am 02.03.2015 schlimmes damit abfangen kann.

Ich bin in jedem Fall schon auf die Messung am 02.02. um 08:30 Uhr gespannt wie da der Druck ist

Februar

02.02.15

Mit großer Erwartung schaute ich dem Termin der Druckmessung entgegen. Rechts war es eine sehr gute 14 und links eine 19 - wie erwartet. Das Lumigan hatte ich wenige Tage zuvor wegen massiver Nebenwirkungen absetzt. Der Visus hat sich vom letzten Termin am linken Auge halbiert. Aktuell sehe ich links nur noch knap 40 %. Meine Augenärztin konnte nicht wirklich ins Auge hineinschauen und meinte nur der Glaskörper sähe sauber aus.

08.02.15

Seit Freitag bemerkte ich links sehr viele Lichtblitze uns schwarze Flocken. Anfangs dachte ich wieder an eine Uveitis anterior (Regenbogenhautentzündung) - doch diesmal sollte mich meine Vorahnung arg täuschen. Zum Glück weis meins Augenärztin bei der ich seit Oktober 1999 in Behandlung bin, das ich auf alles penibel achte, was am Auge passiert.

Ab Sonntag Mittag verschlechterte ich das Sehvermögen rapide und innerhalb kurzer Zeit hatte nahm ich links schwarze Wolken wahr - wie bei einer Lavalampe. Gegen 18:00 Uhr sagte ich dann zu meiner Frau, das ich in die Universitätsaugenklinik nach Magedeburg möchte, da ich eine Netzhautablösung vermutete. Schnell haben wir den Koffer gepackt und dann ab ins Auto. Bis nach Magdeburg sind es 130 km und 90 Minuten Fahrt wenn die Straßen frei sind.

In Magdeburg angekommen fuhren wir gleich auf die Augenstation zum diensthabenden Augenarzt, der mich auch auf Anhieb erkannte. Er sagte nach der allerersten Untersuchung, dass es sehr gut war, dass ich mit dieser Diagnose gleich in die Klinik gekommen bin. Der Druck war links kaum messbar weil viel zu niedrig und rechts viel zu hoch min 27+....

Die "Lavalampe" wurde dann als Netzhautriss mit Blutung und drohender Netzhautablösung entschlüsselt. Alles in allem keine guten Neuigkeiten. Jetzt steht körperliche Schonung auf dem Tagesplan. Lesen ist ist ein absolutes "NoGo" und auch der PC sollte nur für kurze Zeit verwendet werden!!!
Um das Bewegen des Auges zu vermeiden wird die Akkomodation mit Zyklolat Edo (Weitstellung) ausgeschaltet. Nach wie vor sehe ich das Blut im Auge und kann quasi jederzeit damit rechnen, von jetzt auf gleich in die Klinik zu müssen - falls sich die Netzhaut ablöst...

17.02.15

Bei der zweiten Kontrolluntersuchung in Magdeburg war nicht viel zusehen. Der Oberarzt diagnostizierte eine mächtige Glaskörperabhebung mit Glaskörperblutungen. Im Auge ist immer noch zu viel Blut, sodaß man keinen Einblick hat. Bis man mit dem Laser operieren kann, sollte meine Augenärztin am Wohnort die weiteren Kontrolluntersuchungen übernehmen.

23.02.15

Meine Augenärztin verstand die Welt nicht mehr, als sie den Ambulanzbrief auf Magdeburg las. Da sie meine Augen am Besten kennt - schließlich bin ich bei ihr seit 1999 Patient - hat sie zusaätzlich zu der Weitstellung des linken Augen mit Zyklolat Edo mir noch eine Folie für das Brillenglas mitgegeben, mit der auch Gläser bei Schielkindern abgegedeckt werden. So kann ich mich dann doch etwas besser im Alltag bewegen, wobei ich allerdings merke welche Aufgabe das linke Auge eigentlich hat. Die Situation ist unverändert, durch das viele Blut ist weiterhin kein Einblick ins Auge und vor allen Dingen auf die Netzhaut möglich. Nach wievor blitzt es und von oben fällt ein Russregen herab. Das ganze Bild wackelt und die schwarzen und silbrigen Punkte tanzen im Sehfeld wie ein Mückenschwarm im Hochsommer.

März

05.03.15

Nach nunmehr 3 1/2 Wochen ist keine Veränderung an den Glaskörpertrübungen erkennbar. Der Augendruck liegt rechts bei 14 und links bei 20 - morgens um 9 Uhr. Meine Augenärztin sagte, das die Glaskörpertrübungen im rechten Auge auch vorhanden seien. Damit bestätigte sich leider mein Verdacht, was ich in den letzten Tagen wahr genommen hatte. Bislang sei keine Netzhautablösung sichtbar, allerdings sagte sie wenn die "Raffgardine" herunterfällt... - muss ich schnellstens in die Universitätsaugenklinik nach Magdeburg. Für diesen dringenden Notfall steht ein gepackter Koffer "standby" und die Notfallnummern der Klinik sind im Handy gespeichert. Durch die knapp 2-stündige Anfahrt kann man die Ärzte im voraus informieren.

26.03.15

Nach fast 8 Wochen nach dem ersten Auftreten der Glaskörperabhebung mit Einblutung konnte meine Augenärztin trotz Einsatz eines Dreierspiegelkontaktglas und dauererweiterter Pupille nicht sehen woher die Blutungen kommen. Der Augeninnendruck lag rechts bei 14 und links wie gehabt bei knapp über 20. Weiterhin besteht die Gefahr einer Netzhautablösung und ich darf meinen Koffer leider noch nicht auspacken.

Auf die erhoffte Hilfe der neuen Augenklinik können wir uns leider nicht verlassen, nachdem sich diese bei der Kontrolluntersuchung am 17.02.15 elegant aus der Verantwortung gezogen hat, da man ja aus abwarten nichts weiter machen könne usw. Meine Augenärztin hat mit daraufhin den Vorschlag unterbreitet, das Sie mich bei Dr. H. einem Glaskörperspezialisten in Hannover vorstellen möchte um eine weitere Meinung eines Kollegen zu bekommen. Ich bin erstaunt das dieser Termin schon bereits am 14. April ist. Denn so wie es jetzt ist, kann es auf Dauer nicht weiter gehen, da mir die Zeit für die weitere Glaukombehandlung davon läuft und der Sehnerv sich durch den ständigen hohen Augendruck weiter verschlechtert. Im Dezember beim Tagesdruckprofil in der Klinik hatte das Auge noch fast 80 % Sehkraft - aktuelle stehe ich jetzt bei 30 %!

Nachdem auch meine Augenärztin begriffen hatte, das uns die Uniklinik in Magdeburg ganz elegant vor die Tür gesetzt hat, stand sie nun ganz allein mit all den ganzen Problemen allein dar. Ehrlich gesagt vertraute ich der Diagnose von Magdeburg nicht, irgendein komisches Gefühl sagte mit, das da was nicht stimmen kann. Sie entschloss sich über meinen Hausarzt ein aktuelles Blutbild anfertigen zu lassen um etwas Licht ins Dunkel zu bringen und mich zusätzlich noch bei einem Glaskörperchirungen in Hannover vorzustellen, damit dieser eine evtl. behandlungsfähige Netzhauterkrankung ausschließt.

April

13.04.15

Das "Kleine Blutbild" war allerdings alles andere als erfreulich. Einige Werte waren ganz schön im roten Bereich und nun bestätigten sich einige Vermutungen. Mit großer Spannung fieberte ich dem Termin in Hannover am 14. April entgegen. Einen Tag vorher sollte ich noch mal zu ihr kommen, damit sie auch nichts auf der Überweisung vergisst. Im Vorfeld sagte ich ihr allerdings schon: "Wenn das morgen wieder so ähnlich wie in Magdeburg laufen sollte", dann schreibe ich eine Mail an Herrn Professor K. in Dortmund um mir noch eine zusätzlche Meinung zu holen.

14.04.15

Der Termin in der rieseigen Augenarztpraxis in der Nähe des Hauptbahnhofs war um 16:30 Uhr. Meine Frau begleitete mich und wir fuhren im dem Regionalexpress um 14:15 Uhr nach Hannover. Die Fahrtzeit beträgt 55 Minuten, so hatten wir noch genügend Zeit die Praxis zu finden. Wir hatte uns über einen Routenplaner eine kleine Karte ausgedruckt und die Vorarbeit zahlte sich aus. In gerade mal 20 Minuten waren wir auch schon da.

Am Liebesten wäre ich nach der Anmeldung wieder aus dieser Praxis gegangen. Das medizinische Personal war bereits mit den Diagnosen und dem Wortlaut: "Konservierungsmittelallergie" auf der Überweisung überfordert. Die junge Dame kam sich total hilflos vor, da sie sich nicht sicher war was sie denn nun noch tropfen könnte und was für Untersuchungen bei den vielen Vorerkrankungen überhaupt noch möglich seien. Sie müsse das erst mit dem Arzt abklären usw..... - Ganz ehrlich sollte dieses angebliche med. Fachpersonal, erst richtig geschult werden bevor es auf die verunsicherten Augenpatienten los gelassen wird!

Ich ahnte nichts gutes.... - leider sollte es bei der ärztlichen Untersuchung noch dicker kommen. Nach gut 60 Minuten Wartezeit wurde ich dann vom Arzt in das Untersuchungszimmer gerufen. Die Untersuchung war sehr oberflächlich und die Diagnose einfach nur lachhaft. Hier ist es dann für den Arzt ziemlich peinlich, wenn der Patient, das was er mit seiner Sprechstundenhilfe bespricht, wortwörtlich versteht. Außerdem hat er eine Diagnose gestellt die nicht zutreffend ist. Lt. seiner Aussage liegt die Aushöhlung am Sehnerv, also die sog. CDR-Wert zwischen 0,4 und 0,5, beidseite prominente intakte Sickerkissen, die Papillenexcavation hat er zum Glück noch gesehen, die Netzhaut würde sicher anliegen, Blutungsquelle nicht sicher lokalisierbar. Keine Behandlungsfähige Netzhauterkrankung und auch derzeit keine Therapie erforderlich.
Schlimm fand ich es allerdings, das er seine Pateinten bei der Diagnosestellung nicht ins Gesicht schaut.... - diese Diagnose konnte und wollte ich einfach nicht hinnehmen. Meine dicke Krankenakte interessierte ihn überhaupt nicht. Er murmelte nur, das ich in Dresden oder Dortmund in guten Händen sei. Wie Recht er doch mit dieser Aussage hat, wie sich noch heraus stellen sollte.

Als ich gegen 20 Uhr wieder daheim war, setze ich mich an meinen Computer und schrieb eine Email an Herrn Professor K. nach Dortmund. Schließlich war er es, der sich in den vergangenen 9 Jahren noch an meine Augen heran gewagt hat. Mittwoch früh gegen 7:30 Uhr war schon die Antwort da und ich sollte telefonischen einen kurzfristigen Termin bei seiner Sekretärin vereinbaren. Der Termin war bereits einen Tag später. Jetzt musste ich schnell mit meiner Augenärztin telefonieren damit sie die Einweisungspapiere fertig macht, Koffer packen und nach Goslar in ihre Praxis musste ich auch noch fahren. Stress pur.

16.04.15

Die Nacht war mal wieder sehr früh vorbei - der Zug in Richtung Hannover fährt um 5:17 Uhr und der ICE nach Dortmund um 06:21 Uhr ab Hannover. Wie schon in den vergangenen 9 Jahren war meine nervliche Anspannung recht groß. In Dortmund angekommen, ging ich dann die 15 Minuten bis zum St.-Johannes-Hospital. In der Augenambulanz sah allerdings einiges anders aus, da seit meinem letzten Besuch im Oktober 2013 die ganze Station umfangreich modernisiert wurde.

Es dauerte auch nicht sehr lange und es wurde die Gesichtsfelduntersuchung gemacht. Das was ich die letzten Wochen schon bemerkt hatte, bestätigt sich. Die Gesichtsfelder haben sich weiter verschlechtert. Der Augendruck links ist mit 24mmHG etwas zu hoch und lässt sich auch durch Bulbus Massage nur kurzzeitig um 4 mmHG senken. Nach weiteren Untersuchungen durch die Stationsärztin und einem Netzhaut-
spezialisten dann die ersten Diagnosen. CDR beidseits bei 0,8; Augendruck links zu hoch, sehr wahrscheinlich wird eine Exo-CPC auf mich zukommen, doch bislang ist noch kein Bett frei. Im Anschluss werden weitere Untersuchungen der Netzhaut gemacht, u. a. eine Fluoreszenz Angiographie (FAG) sowie ein OCT.

Noch während ich auf die Untersuchungen wartete, teilte man mir mit das ich da bleiben muss und für den 17.04.2015 eine Laseroperation am linken Auge geplant sei.

Als ich dann am abend mein Zimmer bekam, war ich ziemlich müde und geschafft. Aber das ich auch kein Wunder nach dieser stressigen Woche. Die OP für den 17.04.2015 war auf "Abruf" terminiert. Meine Blutwerte waren immer noch sehr schlecht und drei Ärzte hatte ihre Probleme mir etwas Blut abzunehmen.

17.04.15

Meine Sauerstoffsättigung war wie immer nicht wie sie sein sollte. Bereits bei der Narkoseeinleitung lag ich bei 89 % Sättigung und es sollte im Verlauf der OP noch weniger werden. Nach dem Aufwachen entschied sich der Narkosearzt mich noch 90 Minuten lang auf der Operativen Intensivstation weiter zu überwachen. Die Sättigung lag bei knapp 80 % - Diagnose Hypoxämie, dazu Herzrhythmusstörungen und Probleme mit meinem Diabetes Typ 2. Dort wurde mir dann eine Sauerstoffmaske angelegt und kurze Zeit danach, war die Sättigung wieder im Normalbereich. Den Rest des Tages nach der OP ging es mir alles andere als gut, ich war nur am schlafen. Nach ASA Standard bin ich auf Stufe 3 eingestuft.

18.04.15

Von der gestrigen Müdigkeit war nichts mehr zu spüren. Der Druck lag bei 17mm HG und damit konnte ich schon zufrieden sein. Gegen 09:30 Uhr kam Professor K. um mit mir die Diagnosen zu besprechen und mich anschließend wieder nach Haus zu entlassen.

Auf meiner Netzhaut seien 2 winzig kleine Löcher sichtbar aus denen das Blut ausgetreten ist - leider wurden diese in Magdeburg nicht gelasert, da ja dort etwas ganz anderes festgestellt wurde. Mit einem neuen aktuellen Befund und verlies ich gegen 10:45 Uhr die Klinik und macht mich wieder auf den Heimweg. Allerdings ist in 3-4 Monaten wieder eine ambulante Nachkontrolle vorgesehen.

20.04.15

Erste OP-Nachkontrolle bei meiner Augenärztin. Sie war beruhigt als sie den Befund las und ihre Vermutungen wurden wieder einmal gefestigt. Der Druck liegt links bei einer sehr guten 15 - hoffentlich bleibt der Druck jetzt für längere Zeit so schön niedrig.

28.04.15

Auch bei der zweiten Kontrolluntersuchung nach der Laseroperation ist der Augeninnendruck weiter gesunken. Links eine traumhafte 12 und rechts eine 13 - so könnte es eigentlich bleiben, doch ich kenne das aus den letzten Jahren, das der Druck nach einigen Wochen wieder ansteigt. Die beiden Gefäßverschlüsse auf der Netzhaut haben allerdings auch ihre Spuren zurück gelassen. Das Gesichtsfeld hat sich im Vergleich zu 2014 noch weiter eingeschränkt, so daß ich bei der Untersuchung nach Goldmann auf rechts 15 Grad und links 10 Grad komme. Das ist nicht mehr sehr viel und die Sicht beschränkt sich auf das Zentrale Sehfeld.

Am rechten Auge gibt es noch eine kleinen spitzen Seitenwinkel von wenigen Grad der sich mit ein wenig Übung noch nutzen lässt. Gegen die Blendung bekomme ich in einigen Wochen eine Kantenfilterüberbrille mit Seitenblendschutz in der Hoffnung das wir mit diesem "Blaulicht-Blocker" den jetzigen Zustand halten können. Seit 2 Jahren habe ich einen steckbaren Kantenfilteraufsatz, der jedoch jetzt nicht mehr ausreicht. Sobald Licht von der Seite ins Auge fällt, sehe ich nichts mehr.

Mai

07.05.15

Noch bewegt sich der Augendruck im grünen Bereich, aber um jetzt eine Prognose zu ziehen ist es noch zu früh. In der Regel steigt er nach 8 - 10 Wochen wieder an. Die Werte lagen heute bei 13 rechts und 15 links.

12.05.15

Langsam komme ich wieder in den Zeitraum wo mit einem Anstieg des Druckes gerechnet werden muss. Aber heute komme ich nochmal mit einem blauen Auge davon. Rechts 12 und links 14. Das macht Hoffnung...

Juni

04.06.15

In den vergangenen Tagen haben die Beschwerden wieder zugenommen, Lichtringe rund um die Uhr, Kopfschmerzen mal mehr und mal weniger stark, harte Augäpfel. Ich ahne schlimmes wenn ich heute meinen Kontrolltermin bei meiner Augenärztin habe.

Ich hatte mich nicht getäucht, Links ist der Druck wiedser auf 18 angestiegen. Das Trabekelmaschenwerk ist wieder zugewuchert durch das Eiweißprotein, das im Auge sein Unheil treibt.

Juli

08.07.15

Das Sehvermögen hat sich weiter verschlechtert. In der letzten Zeit bemerkte ich das ich nicht mehr scharf sehen kann bzw. auch Schwindel im Spiel ist. Ich bin dann kurzerhand zu meinem Optiker hin und habe die Werte überprüfen lassen. Er vermutete ein Problem mit der Hornhaut, da das Auge keine Zylinderwerte für die Hornhautverkrümmung annahm.

Dieses schilderte ich heute meiner Augenärztin, sie hat die Brillenstärken überprüft und kam zumm gleichen Ergebnis. Verdacht auf Keratokonus = extreme Hornhautverwölbung, die mit einem Brillenglas nicht korrigiert werden kann. Kontaktlinsen würden zwar funktionieren, diese fallen allerdings wegen den zahlreichen Sickerkissenoperationen heraus. Zum Glück sind es nur noch 6 1/2 Wochen bis zur nächsten geplanten Laserung des Trabekelmaschenwerks - eine verdammt harte Zeit. Aber dafür habe ich im Anschluss an die OP wieder knapp 10 Wochen keine Kopfschmerzen. Die Druckwerte lagen rechts bei 14 und links bei 17. Am Abend sind diese Werte besonders auf der linken Seite um ein vielfaches höher.

Der Auslöser für diese vielen Erkrankungen liegt sehr lange zurück. Nach Meinung meiner Augenärzte könnte es mit der heftigen Augenentzündung bei meiner Geburt 1965 zusammen hängen. Meine Eltern erzählten immer davon, das ich zwei Tag nach der Entbindung für 6 Wochen in der Kinderklinik Salzgitter-Lebenstedt lag mit einer vereiterten Augen usw. Eine Augenklinik gab es damals noch nicht und so wurde dann sehr wahrscheinlich mit Konservierungsmittelhaltigen Augentropfen und Salben therapiert. Das Auge wächst bis zum 3. Lebensjahr. Den Rest kann man nur erahnen....

August

17.08.15

Heute ist die vorstationäre Aufnahme im St.-Johannes-Hospital in Dortmund. Der Wecker klingelt mal wieder viel zu früh. Das dieses ein besonders ereignisreicher Tag werden sollte, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Zug kam zwar pünktlich in den Bahnhof, doch er wurde auf einem Überholgleis geparkt. Wie das ja heute so bei der Deutschen Bahn ist, gibt es Null Information. Nach ca. 20 Minuten fuhr der Zug dann ein, allerdings auf einem anderen Gleis und ohne Ansage. Die Fahrt nach Hannover dauerte fast 2 Stunden, weil der Bagger einer Arbeitsrotte im Fahrtgleis umgekippt war und der Treibwagen somit auf dem anderen Richtungsgleis fahren musste. Der Anschluss-ICE in Hannover war weg und ich musste eine knappe Stunde warten, bis der nächste fuhr.

In der Klinik kam ich dann mit nur knapp 90 Minuten Verspätung an. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann aber auch schon los mit den Voruntersuchungen. Der Visus lag wie auch schon in den letzten Wochen zwischen 0,4 und 0,5, das Gesichtsfeld hat sich weiter verschlechtert und die Druckwerte lagen bei 14 rechts und 18 links. Wegen der dicken Hornhaut müssen von den gemessenen Werten nach Dredsner Korrekturtabelle auf beiden Augen jeweil 3 mmHG abgezogen werden.

Professor K. sagte dann im Abschlussgespräch das dass Gesichtsfeld nicht zum Papillenbefund passt und die Ursache für diese progiente Entwicklung nicht am Auge sondern an der Perfusion liege. Das Normaldruckglaukom hat von jetzt an alle Register gezogen - ähnlich wie bei einer Zugriegelorgel - das Sehvermögen und das Gesichtsfeld ist von der Gesamtdurchblutung und vom Blutdruck abhängig. Durch die zahlreichen nächtlichen Blutdruckabfälle bekommt der Sehnerv quasi mehrmals, "einen mit dem Vorschlaghammer vorgeknallt". Mein Lungenfacharzt hatte ja schon bei einem Heimscreening nächtliche Atemaussetzer und Sauerstoffabfälle auf bis zu 75 % festgestellt. Der Termin für die Untersuchung im Schlaflabor ist allerdings erst frühestens im März 2016 möglich, lt. der Lungenklinik in Diekholzen. Von den dortigen Oberarzt wurde ich als nicht akut eingestuft......

Auf den Rat von Professor K. habe ich Kontakt mit dem Schlaflabor der Medizinischen Hochschule in Hannover aufgenommen und einen zeitnahen Termin bekommen. Beim ärzlichen Vorgespräch entschied die ltd. Oberärztin des Schlaflabor wegen meiner hochgradigen Sehbehinderung das ganze stationär zu machen um vor allen Dingen noch weitere Untersuchungen zu planen wegen dieser "Perfusions-Geschichte". Der Termin ist Mitte Oktober - na bitte es geht doch, wenn man fähige Ärzte hat, die etwas von ihrem Fachgebiet verstehen - leider gibt es davon zu wenig....

23.08.15

Das stationäre Tagsdruckprofil war vom 23.08.15 bis 24.08.2015 geplant. Die Druckwerte lagen noch im grünen Bereich und somit kam ich um eine Op mit dem Laser herum. Oberstes Ziel ist es jetzt die Geschichte mit der Schlafabnoe, den sporadisch auftretenden Herzrhythmusstörungen sowie den nächtlich Blutdruckabfällen zu behandeln und deren Ursachen zu finden. Gelingt mir dieses nicht, oder besser gesagt finde ich keine Ärzte die sich damit auskennen, wird sich das Gesichtsfeld weiter verschlechtertn bis hin zur Blindheit und das trotz eines Visuses von 0,4-0,5.

September

23.09.15

Das Orientierungs- und Mobilitätstraining steht an. Nach monatelanger Wartezeit auf einen Termin bin ich hinsichtlich erleichtert, das es endlich los geht. Es ist schon interessant was man alles mit dem Blindenlangstock anstellen kann und sich trotzalledem dabei auch noch sicher in der Menge bewegen kann. Das hätte ich anfangs nicht gedacht. Aus das orientieren in öffentlichen Gebäuden fällt mir nach dem Training leichter als vorher.

Der Augendruck bewegt sich nach Umstellung des Blutdruckmedikaments und hochdosiertem Magnesiumin akzeptablen Werten. Ich hoffe das er längerfristig so bleibt.

Oktober

23.10.15

8 Tage nach meiner großen Zahn-OP stand schon wieder der nächste Kontrolltermin bei meiner Augenärztin an. Die Druckwerte lagen beidseits unter 16 was mich sehr freute. Das Sehvermögen hatte sich wieder leicht verschlechtert und meine Ärztin hatte keine Erklärung dafür.

Dezember

01.12.15

Im Laufe der letzten Wochen nahmen dann die Beschwerden weiter zu und der Gefäßspezialist dignostierzierte eine Wassereinlagerung im Bein und das obwohl lt.. Aussage meines Hausarztes Dr. B. das neue Blutdruckmedikament nicht viele Nebenwirkungen hätte. Die Wirkstoffgruppe ist zwar die Richtige, allerdings hat er das Medikament heraus gesucht, das die meisten Nebenwirkungen hat.  Der Gefäßarzt sagte das es ein anderes Medikament mit diesem Wirkstoff gbit, das diese vielen Nebenwirkungen nicht hat. Eine andere Möglichkeit wäre zusätzlich ein Entwässerungsmittel, das allerdings bei Glaukom kontraindiziert ist. Beim nächsten Termin Anfang Januar kommt dann die Stunde der Wahrheit, denn dann wartet eine Gesichtsfelduntersuchung auf mich.