Als Glaukom bezeichnen Mediziner eine Gruppe von Augenkrankheiten, bei denen der Sehnerv geschädigt wird. Das Tückische: Bedingt durch den schleichenden Krankheitsverlauf werden Sehverminderung und Gesichtsfeldausfälle von den Betroffenen erst sehr spät bemerkt, wenn es schon zu erheblichen Schädigungen gekommen ist. Der Grüne Star ist weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache. In Deutschland gibt es ca. 1 Million diagnostizierte Glaukombetroffene, schätzungseise ebenso viele sind an einem Glaukom erkrankt, ohne es zu wissen. Ein Glaukom entsteht häufig durch einen gestörten, eingeschränkten Kammerwasserabfluss. Als Folge kommt es zu einem "Stau" - und der Druck in Auge steigt an. Das wiederum schädigt den empfindlichen Sehnerv, der die optischen Eindrücke von der Netzhaut ins Gehirn leitet. Aber auch bei normalem Druck kann ein Glaukom entstehen. 20 bis 30 Prozent der Glaukompatienten haben ein sogenanntes Normaldruckglaukom. Allgemein wird heute in der Augenheilkunde das Glaukom als multifaktorielle Erkrankung verstanden, in der u.a. die Durchblutungssituation von Sehnerv und Netzhaut eine wichtige Rolle spielen.

Das Gute: Der durch ein Glaukom drohende weitere Sehverlust kann heute mit modernen Therapien meist erfolgreich gestoppt werden. Je früher ein Glaukom entdeckt wird, umso mehr Sehvermögen kann dauerhaft erhalten werden.

Was versteht man unter einer Makropapille?

Eine Makropaille ist eine Aushöhlung zbw. Vergrößerung am Sehnervenkopf ohne den Sehnerv dabei zu schädigen.Manchmal finden sich im menschlichen Körper kleine Aushöhlungen die dort nicht hingehören. Sehr schwierig wird es dann für den Untersucher diese "Fehlentwicklung" von einem echten Schaden zu unterscheiden. Hierfür muss man im Zweifelsfall mehrere Meinungen verschiedene Augenärzte einholen um eine gesicherte Diagnose zu bekommen.

Merke: Ein Glaukom hingegen ist eine irreversible Schädigung des Sehnervs. Ein hoher Augendruck und eine natürliche angeborene Aushöhlung des Sehnervs stellen 2 Risikofaktoren da, die ein Glaukom begünstigen können, aber nicht müssen.

Makropapille = Risikofaktor aber kein Schaden am Sehnerv

Glaukompapille = Erkrankung und ein Schaden am Sehnerv

Weiterführende Links: 

           

Wie wird der Augeninnendruck gemessen?

Der Augendruck (Tensio) wird in der Regel mit einem so genannten Applanationstonometer nach Goldmann bestimmt. Dabei wird die Kraft gemessen, die für eine definierte mechanische Abplattung der – zuvor medikamentös betäubten – Hornhaut erforderlich ist.

Augendruckmessung mit dem Goldmann Tonometer

Augendruckmessung mit dem Goldmann Tonometer

Alternativ kann auch von nichtärztlichem Personal eine berührungslose Messung mittels Pneumotonometrie, einer Abplattung der Hornhaut durch einen definierten Luftstoß mittels eines Non-Contact-Tonometers, durchgeführt werden. Da die Hornhautdicke einen Einfluss auf die gemessenen Druckwerte hat, bietet sich eine zusätzliche Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie) an. Über den Tagesverlauf schwankende Druckwerte können durch mehrere, über den Tag verteilte Messungen (Tagesdruckprofil) ermittelt werden.

Die alleinige Messung des Augeninnendrucks genügt weder für die Diagnosestellung oder ihren Ausschluss, noch zur Verlaufsbeurteilung einer Glaukomerkrankung. Zöge man ausschließlich eine Druckerhöhung als Diagnosekriterium heran, würde die Hälfte der Glaukome übersehen werden.

Folgende zusätzliche Untersuchungen werden verwendet:

Beurteilung des Augenhintergrundes im dreidimensionalen Bild: Das Ausmaß der Schädigung des Sehnervs wird anhand der Größe und Form der Papillenexkavation (Aushöhlung des Sehnervenkopfes) bestimmt. Im rot-freien Licht können Defekte der Nervenfaserschicht gefunden werden. Vermessung der Sehnerven mittels HRT-Retinotomographie, Untersuchung des Augenhintergrundes (Netzhaut) mit dem Brillenopthalmoskop und die Augenuntersuchung des vorderen Augenabschnitts an der Spaltlampe.

Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie):

Gesucht wird nach charakteristischen, bogenförmigen Ausfällen (Skotomen).

     HRT Retina Tomographie Exakte Vermessung der Sehnervenkopfaushoehlung     Augenhintergrunduntersuchung mit dem Brillenopthalmoskop     Augenuntersuchung an der Spaltlampe     Gesichtsfelduntersuchung am Humphrey Perimeter

Bildquelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.

Seheindruck mit Glaukom anhand eines Puzzle

 

          Bogenförmige Gesichtsfeldausfälle bei einem Puzzle          Puzzle ohne Sehbehinderung          

Bildquellen:

Verfasser: absv/Originalfoto:AndreasFriese.de                                             

Sehbehinderung im Alltag mit Glaukom2 

 



Dieses Video wurde bereit gestellt von der: Woche des Sehens