Das Glaukom - im Volksmund auch "Grüner Star" genannt - ist weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache. Das Heimtückische an dieser Erkrankung ist, das der Patient nichts davon bemerkt, bis man auf dem betreffenden Auge blind ist. 

Das klingt unglaublich, doch gerade dies ist das besonders Tückische am Glaukom (Grüner Star), dem unsichtbaren Dieb des Augenlichts!

Der Name Glaukom steht für eine Gruppe von Krankheiten, die eine Gemeinsamkeit haben: Die langsame Zerstörung des Sehnervs, der die Seheindrücke von den Augen an das Gehirn weiterleitet. Langsam sterben dann nach und nach die ca. 1,3 Millionen Sehnervenfasern, was zu Ausfällen im Gesichtsfeld führt.

Viele Patienten bemerken dies lange nicht, denn ein Großteil der Glaukome verursacht keinerlei Schmerzen. Die Ausfälle im Gesichtsfeld bleiben lange Zeit unbemerkt, das das andere Auge, diese Anfangs noch ausgleichen kann. Erst wenn bereits ein großer Teil des Sehnervs unwiderruflich zerstört ist, bemerkt der Patient, dass etwas nicht stimmt. Die Möglichkeiten der Früherkennung sind heute um ein Vielfaches besser als noch vor 30 Jahren. Durch die Einführung der Bildgebenden Verfahren wie HRT, GDX in den letzten Jahren ist die Glaukom Früherkennung erheblich verbessert worden. Die Behandlung ist einfach und wenig belastend.

Prof. Dr. med. Markus Kohlhaas - einer der weltweit führenden Glaukom-Spezialisten sagte beim 6. Dortmunder Glaukomtag 2011:

"Wir werden in den nächsten Jahren noch mehr Glaukomerkrankungen haben, weil die Menschen in Deutschland immer älter werden. Jedes 2. Glaukom bleibt in Deutschland unentdeckt. Was wir brauchen ist ein besseres Screening und nicht nur diese Vorsorge ab dem 40. Lebensjahr einmal im Jahr, die eine IGEL-Leistung ist und nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird.

Ein besonderes hohes Risiko haben Raucher. Rauchen schädigt die Wundheilung und die Vernarbung ist bei Rauchern größer als bei Nichtrauchern. Ein großer Fortschritt in der Glaukomtherapie sind heute die modernen Tropfen, die Prostalandine, die eine potente Drucksenkung ermöglichen. Diese neuen Tropfen lösen mehr Allergien aus, als die Alten. Ca. 70 % der Glaukompatienten tropfen regelmäßig. Je mehr Tropfen (Wirkstoffe) die Patienten bekommen, desto mehr schlendern sie damit. Die Lebensqualität ist mit 1, 2 oder 3 verschiedenen Tropfen beeinträchtigt und man vergisst schon mal den einen oder anderen Tropfen.

Die wichtigste Operation in der Glaukomtherapie ist die filtrierende Operation, die sog. Trabekulektomie. Sie birgt ein hohes Risiko, ist aber der Goldstandard!

In der modernen Glaukomtherapie hat sich viel getan, wir haben neue potentere Tropfen und beobachten hierbei mehr Nebenwirkungen, wie z. b. ein trockenes oder ein rotes Auge. Die Glaukomtherapie lebt von der Kontrolle. Es langt nicht einmal im Jahr aus, den Sehnerv zu kontrollieren, sondern drei bis viermal im Jahr.

Galt vor einigen Jahren noch der Grundsatz, die Glaukomtherapie so lange wie möglich mit Tropfen zu beherrschen, so hat sich dieser Gesichtspunkt mittlerweile geändert. Man sollte die Patienten viel früher operieren, bevor das Gesichtsfeld einbricht und es zu weiteren irreparablen Schädigungen kommt, so Prof. Dr. med. Markus Kohlhaas."

Ein Glaukom ist nicht heilbar, wohl aber mit den heute mit den erhältlichen modernen Medikamenten behandelbar. In Deutschland gibt es ca. 1.000.000 Glaukompatienten - die Dunkelziffer, derer die es nicht wissen ist um ein vielfaches höher - ca. 2000 Patienten erblinden jedes Jahr durch das Glaukom.

Nur die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung bei ihrem Augenarzt des Vertrauens - die leider nicht von der gesetzlichen Krankenversichuerung bezahlt wird, kann dazu verhelfen, diesen Krankheitsprozess zu stoppen bzw. zu verlangsamen.

Die Augenärzte sind heutzutage in der Lage ein Glaukom schon zu erkennen, an dem das Sehvermögen noch keinen Schaden genommen hat. Mit Augentropfen, Laserbehandlungen oder einer Operation kann ein Fortschreiten gestoppt werden.

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